Kognitive Stimulationstherapie: Wenn das Gehirn lernt, sich neu zu organisieren

1,8 Minuten LesezeitVeröffentlicht am: 3. Juni 2026Von Kategorien: Prävention, Therapie, Unkategorisiert

Die Kognitive Stimulationstherapie (CST) gilt derzeit als einer der wirksamsten nicht-pharmakologischen Therapieansätze für Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz.

Bei der Therapie stehen gemeinsame Aktivitäten im Mittelpunkt. In kleinen Gruppen oder im Einzelsetting werden über 14 Wochen hinweg zweimal pro Woche gezielte Übungen durchgeführt. Begleitet werden die Betroffenen dabei von Ergotherapeuten, ausgebildeten Pflegekräften oder auch Familienmitgliedern. 

Zu den Übungen gehören Orientierungsübungen, das gemeinsame Erinnern an vergangene Erlebnisse sowie multisensorische Aktivitäten wie das Ertasten von Gegenständen oder das Hören vertrauter Musik. Dazu kommt implizites Lernen, also das unbewusste Aufnehmen von Wissen durch alltägliche Situationen, Spiele oder Lieder, ohne das Gefühl, gezielt lernen zu müssen. Das Ziel ist es, kognitive und soziale Fähigkeiten zu erhalten und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. 

Was CST im Gehirn bewirken kann.  

Die genauen Mechanismen sind noch nicht vollständig geklärt, aber erste Studien liefern vielversprechende Hinweise. CST scheint das Gehirn dazu anzuregen, noch intakte Verbindungen zwischen verschiedenen Hirnarealen stärker zu nutzen. Dadurch kann das Gehirn lernen, Schäden teilweise zu kompensieren und seine Kommunikation neu zu organisieren.

Besonders relevant sind dabei Regionen wie der Hippocampus, der eine zentrale Rolle für Gedächtnis und Lernen spielt, sowie weitere Hirnbereiche, die an persönlichen Erinnerungen und der Wahrnehmung der eigenen Person beteiligt sind. Erste Hinweise deuten zudem darauf hin, dass CST den Abbau von Hirngewebe verlangsamen könnte. Die Forschung steckt hier aber noch in den Anfängen und größere Studien sind nötig, um diese Effekte zu bestätigen. 

Wie wirkt sich das auf Betroffene aus?  

Eine der umfassendsten Studien zur CST stammt von Cao et al. (2023). Die Forschenden werteten dabei nicht nur eine einzelne Studie aus, sondern fassten die Ergebnisse aus zahlreichen Studien weltweit zusammen.  

Das Ergebnis war eindeutig: CST verbessert nachweislich das allgemeine Denkvermögen bei Menschen mit Demenz. Nachgewiesen wurde dies mit standardisierten Gedächtnistests, die Fähigkeiten wie Orientierung, Aufmerksamkeit, Sprache und Gedächtnis messen. Weniger klar ist hingegen, ob CST auch bei psychischen Begleitsymptomen wie Depression, Angst oder Unruhe hilft. Hier liefern die Studien noch widersprüchliche Ergebnisse.  

Fazit 

Fest steht: CST wirkt, hat keine Nebenwirkungen und lässt sich gut in den Alltag integrieren. Gerade weil es bei Demenz nur begrenzte medikamentöse Möglichkeiten gibt, ist das ein besonders wertvoller Ansatz. Das Gehirn bleibt formbar – und regelmäßige Stimulation kann einen echten Unterschied machen. 

Wenn Sie mehr über die kognitive Stimulationstherapaie erfahren möchten, klicken Sie hier. 

Referenzen 

Cao, Y., Wang, N., Zhang, Q., Shen, N., Bai, J., Luo, X., & Liu, Y. (2023). Effects of cognitive stimulation therapy on patients with dementia: An umbrella review of systematic reviews and meta-analyses. Experimental Gerontology, 177, 112197. https://doi.org/10.1016/j.exger.2023.112197 

Bild von shutterstock von sasirin pamai

Darstellung eines Gehirn, dass mit einer Langhantel trainiert.Krafttraining trainiert das Gehirn 
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