Lithium – die bessere Alternative in der Alzheimer-Prävention und -Therapie?
Zum Jahresauftakt steht bei Kompetenz statt Demenz die neuroprotektive Kraft von Lithium im Fokus, ideal für gesundheitliche Vorsätze rund um kognitive Stabilität, Demenzprävention und Longevity. Besonders die mikrodosierte Lithiumgabe positioniert sich aufgrund multifaktorieller molekularer Wirkmechanismen als vielversprechender, wirksamer und vor allem kostengünstiger Ansatz für die Prävention und Therapie der Alzheimer-Erkrankung.
Wie ist der aktuelle wissenschaftliche Stand?
Zahlreiche präklinischen Untersuchungen aus Tiermodellen und Zellkulturen erbrachten vielversprechenden Daten, wonach die neuroprotektive Effekte von Lithium auf multiplen molekularen Mechanismen beruht [1].
Auch randomisierte klinische Studien mit niedrig dosiertem Lithium zeigen bei Alzheimer-Patienten gute Verträglichkeit sowie Verbesserungen von Alzheimer-typischen Biomarkern. Weiterhin weisen neuere Meta-Analysen auf eine Stabilisierung der Kognition bei Alzheimer-Krankheit und leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) durch niedrig dosiertes Lithium hin, und auch epidemiologische Daten assoziieren niedrige Lithiumspiegel mit erhöhtem Demenzrisiko [2,3].
Wie wirkt es im Vergleich zu aktuell zugelassenen Antikörper-Therapien?
Die Autoren einer Studie ziehen dabei einen interessanten Vergleich: Demnach wäre niedrig dosiertes Lithium in der Therapie der Alzheimer-Krankheit und MCI den modernen medikamentösen Anti-Amyloid-Antikörper-Therapien (wie Aducanumab, Lecanemab und Donanemab) überlegen. So zeigte Lithium signifikant bessere Ergebnisse im MMSE (Mini-Mental State Examination, einem standardisierten Test zur Beurteilung kognitiver Funktionen) als Aducanumab. Und dies mit besserer Wirksamkeit, da Lithium den kognitiven Abbau stärker über ursächliche Mechanismen (wie GSK-3β-Hemmung, Reduktion von Aβ und Tau sowie Autophagie-Aktivierung) verzögert. Dagegen wirken Anti-Amyloid-Antikörper primär über die effektive Reduktion Aβ-Plaques, was hohes Nebenwirkungspotential (Hirnödeme und Hirnblutungen) hat. Zudem zeigte Lithium im Vergleich bessere Verträglichkeit, Akzeptanz und Sicherheit bei um Größenordnungen geringeren Kosten [3,4].
Praktische Relevanz
Vor diesem Hintergrund positioniert sich die mikrodosierte Lithiumgabe als wirksamer, sicherer und vor allem kostengünstiger Ansatz für die Prävention und Therapie der Alzheimer-Erkrankung. Dr. Michael Nehls empfiehlt je nach Indikation 1–5 mg elementares Lithium pro Tag in Form von Lithiumorotat. Mit einem Monitoring im Vollblut soll so Neuroinflammation reduziert und langfristig das Demenzrisiko gesenkt werden.
Für detaillierte Informationen über die Mikro-Dosis-Therapie mit Lithium schauen Sie gerne auf der Webseite der Kompetenz statt Demenz nach, unter Lithium.
In diesem Sinne wünscht Kompetenz statt Demenz allen Lesern ein frohes und vor allem ein (hirn-)gesundes Neues Jahr!
Buch-Tipp: Das Lithium-Komplott von Dr. Michaels Nehls
Referenzen:
- De-Paula, V. J. R., Radanovic, M., & Forlenza, O. V. (2025). Lithium and neuroprotection: a review of molecular targets and biological effects at subtherapeutic concentrations in preclinical models of Alzheimer’s disease. International journal of bipolar disorders, 13(1), 16. https://doi.org/10.1186/s40345-025-00386-7
- Devanand, D. P., Strickler, J. G., Huey, E. D., Crocco, E., Forester, B. P., Husain, M. M., Vahia, I. V., Andrews, H., Wall, M. M., & Pelton, G. H. (2018). Lithium Treatment for Agitation in Alzheimer’s disease (Lit-AD): Clinical rationale and study design. Contemporary clinical trials, 71, 33–39. https://doi.org/10.1016/j.cct.2018.05.019
- Shen, Y., Zhao, M., Zhao, P., Meng, L., Zhang, Y., Zhang, G., Taishi, Y., & Sun, L. (2024). Molecular mechanisms and therapeutic potential of lithium in Alzheimer’s disease: repurposing an old class of drugs. Frontiers in pharmacology, 15, 1408462. https://doi.org/10.3389/fphar.2024.1408462
- Terao, I., & Kodama, W. (2024). Comparative efficacy, tolerability and acceptability of donanemab, lecanemab, aducanumab and lithium on cognitive function in mild cognitive impairment and Alzheimer’s disease: A systematic review and network meta-analysis. Ageing research reviews, 94, 102203. https://doi.org/10.1016/j.arr.2024.102203
Bild von shutterstock von evan_huang


