Mit Magnesium L-Threonat aus der Demenz
Bei Magnesium-L-Threonat handelt es sich um eine spezielle Form von Magnesium, die an L-Threonsäure gebunden ist, wodurch sie sich in ihren Eigenschaften von anderen Magnesiumverbindungen unterscheidet.
- Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff, der in jeder Nervenzelle eine wichtige Rolle spielt. Es unterstützt die Synapsen – die Verbindungsstellen zwischen den Nervenzellen – dabei, stark und flexibel zu bleiben, sorgt für ausreichend Energie in den Zellen und schützt sie vor Überlastung. Ein Magnesiummangel kann dazu führen, dass Nervenzellen ihre Aufgaben nicht optimal erfüllen, was sich negativ auf Gedächtnis, Lernfähigkeit und Konzentration auswirkt.
- L-Threonat ist das Salz der Threonsäure und eine physiologisch im Körper vorkommende Zuckersäure, welcher als Abbauprodukt von Vitamin C entsteht und als wichtiger Bindungspartner für Magnesium wirkt.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Magnesiumverbindungen kann diese Verbindung die Blut-Hirn-Schranke besonders gut überwinden, wodurch Magnesium deutlich effizienter ins Gehirn gelangt. Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass Magnesium-L-Threonat bei Menschen mit Demenz sowohl präventive als auch therapeutische Effekte auf die Gehirnfunktion haben könnte [2].
Was sagen Studien dazu?
Tierstudien

Tierstudien mit Nagetieren (Mäusen und Ratten) zeigen, dass Magnesium L-Threonat die Magnesiumkonzentration im Gehirn erhöhen kann und hilft, den Verlust von Neuronen zu verhindern und kognitive Fähigkeiten wie Lernfähigkeit und Gedächtnisleistung zu unterstützen.
In der Studie von Xiong et al. (2025) wurden genetisch veränderte, sogenannte APP/PS1-Mäuse, ein etabliertes Tiermodell für die Alzheimer-Krankheit, in fünf Gruppen eingeteilt, die über einen Zeitraum von drei Monaten verschiedene Behandlungen erhielten.
- Gruppe 1: 455 mg/kg/Tag Magnesium L-Threonat
- Gruppe 2: 910 mg/kg/Tag Magnesium L-Threonat
- Gruppe 3: 910 mg/kg/Tag Magnesium L-Threonat + 5 mg/kg/Tag ERK-Inhibitor (Ein Molekül, welches das Enzym „ERK“ hemmt und dadurch das Zellwachstum sowie die Zellteilung steuert)
- Gruppe 4: 910 mg/kg/Tag Magnesium L-Threonat + 10 mg/kg/Tag ERK-Inhibitor
- Gruppe 5: Kontrollgruppe, erhielt nur Wasser
In der Studie mussten die Mäuse einen Wassertest absolvieren, bei dem sie eine versteckte Plattform im Becken finden mussten. Mit der Zeit lernten die Mäuse, die Plattform schneller zu erreichen. Anschließend wurde die Plattform entfernt, um zu prüfen, wie gut sie sich an den Standort erinnern konnten. Mäuse, die Magnesium L-Threonat erhielten, fanden die versteckte Plattform im Wassertest deutlich schneller und erinnerten sich besser an den Zielbereich. Besonders die höhere Dosis von 910 mg/kg/Tag brachte die stärksten Verbesserungen. Gleichzeitig stieg die Anzahl neu gebildeter Nervenzellen im Hippocampus deutlich an.
Mäuse aus Gruppe 3 und 4 bekamen zusätzlich einen ERK-Hemmer, der einen wichtigen Signalweg im Gehirn blockiert. Dadurch konnte Magnesium L-Threonat seine positiven Effekte auf Gedächtnis und neue Nervenzellen nicht entfalten. Die Mäuse, die sowohl Magnesium L-Threonat als auch den ERK-Inhibitor bekamen, schnitten deutlich schlechter ab als Tiere, die nur das Magnesium-Präparat erhielten [3].
Humanstudien
Auch beim Menschen zeigen Studien, dass Magnesium-L-Threonat sowohl präventiv wirken als auch die Gehirnfunktion bei Alzheimer oder vaskulärer Demenz unterstützen kann.
Therapeutische Wirkung
Bereits im Jahr 2016 wurde Magnesium L-Threonat in einer RCT-Studie hinischtlich seiner positiven Wirkung auf die Kognition untersucht. In dieser randomisierten kontrollierten Studie wurden 51 Personen im Alter von 50 bis 70 Jahren mit leichter Demenz in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Interventionsgruppe erhielt über 12 Wochen täglich Magnesium L-Threonat in einer Dosierung von 25 mg/kg Körpergewicht, d.h. Personen zwischen 50 und 70 kg bekamen 1,5 g/Tag, bei 70 bis 100 kg waren es 2 g/Tag. Die Kontrollgruppe erhielt ein Placebo. Nach 6 und 12 Wochen wurden vier Tests durchgeführt (Trail Making, DigitSpan, Flanker und Face-Name) um die kognitive Leistung der Teilnehmer zu überprüfen.
Nach 6 bis 12 Wochen Behandlung mit Magnesium L-Threonat zeigten die Teilnehmer der Interventionsgruppe deutlich höhere intrazelluläre Magnesiumwerte in ihren roten Blutkörperchen im Vergleich zur Kontrollgruppe. Schon nach 6 Wochen ließ sich eine Verbesserung der kognitiven Leistung beobachten. Besonders die exekutiven Funktionen, also die Fähigkeit zu planen und schnelle Entscheidungen zu treffen, verbesserten sich bereits nach 6 Wochen. Auch das Arbeitsgedächtnis, das für kurzfristiges Merken von Zahlen oder Informationen wichtig ist, wurde kurzfristig nach 6 Wochen verbessert, wobei dieser Effekt nach den 12 Wochen nicht mehr signifikant war. Darüber hinaus zeigte sich eine Verbesserung im episodischen Gedächtnis, also der Fähigkeit, neue Ereignisse oder Namen zu erinnern.
Ein weiterer wichtiger Effekt war die geringere Schwankung der kognitiven Leistung über die Zeit: Die Gehirnfunktionen der Interventionsgruppe blieben stabiler, während die Kontrollgruppe stärkere Schwankungen zeigte. Vor Beginn der Studie zeigten alle Teilnehmer ein kognitives Defizit, das einem „Gehirnalter“ entsprach, das etwa 10 Jahre über ihrem tatsächlichen Alter lag. Nach 12 Wochen Behandlung sank dieses Gehirnalter in der Interventionsgruppe um rund 9–10 Jahre, was einer nahezu vollständigen Rückkehr zur normalen kognitiven Leistungsfähigkeit entspricht [1].
Präventive Wirkung
In einer weiteren RCT-Studie aus dem Jahr 2022 wurde der Einfluss von Magnesium L-Threonat auf die kognitive Leistung bei gesunden Erwachsenen untersucht. Insgesamt nahmen 109 Teilnehmer im Alter von 18 bis 65 Jahren teil, die in eine Interventions- und eine Kontrollgruppe eingeteilt wurden. Die Interventionsgruppe erhielt 2 g Magtein®PS pro Tag. Diese Formel enthält 400 mg Magnesium L-Threonat, 50 mg Phosphatidylserin, 12 mg Vitamin C, 4 mg Vitamin B6 und 80 IU Vitamin D3. Zur Überprüfung der kognitiven Fähigkeiten wurden der Clinical Memory Test sowie fünf weitere Untertests durchgeführt.
Die Ergebnisse zeigten, dass die Interventionsgruppe in allen getesteten Bereichen signifikante Verbesserungen erzielte. Besonders ältere Teilnehmer profitierten von der Supplementierung am stärksten. Die Kombination aus Magnesium L-Threonat, Phosphatidylserin und den Vitaminen C und D deutet auf einen synergetischen Effekt hin, der die Gedächtnisleistung, Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit steigern kann [4].
Fazit
Sowohl Tier- als auch Humanstudien deuten auf einen positiven Effekt von Magnesium L-Threonat auf die kognitive Leistung hin. Es ist jedoch zu beachten, dass Ergebnisse aus Tierstudien nicht direkt auf den Menschen übertragbar sind. Außerdem wurden die bisherigen Humanstudien mit relativ wenigen Teilnehmern durchgeführt. Große und langfristige Studien am Menschen sind daher noch erforderlich, um die Wirksamkeit und Sicherheit umfassend zu bestätigen. Aber das heißt nicht, dass Sie so lange warten müssen:
Es spricht nichts dagegen, Magnesium-L-Threonat (Handelsname Magtein) anstelle der üblichen Magnesiumverbindungen zu supplementieren. Dies bietet nur Chancen und keine Risiken.
Weiters hat sich Magnesium L-Threonat auch bei anderen neurologischen Erkrankungen als vorteilhaft erwiesen, wie diese Artikel bei unserem Schwesterprojekt Life-SMS zeigen.
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Referenzen
- Liu, G., Weinger, J. G., Lu, Z.-L., Xue, F., & Sadeghpour, S. (2016). Efficacy and Safety of MMFS-01, a Synapse Density Enhancer, for Treating Cognitive Impairment in Older Adults: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial. Journal of Alzheimer’s Disease, 49(4), 971–990. https://doi.org/10.3233/JAD-150538
- Sun, Q., Weinger, J. G., Mao, F., & Liu, G. (2016). Regulation of structural and functional synapse density by L-threonate through modulation of intraneuronal magnesium concentration. Neuropharmacology, 108, 426–439. https://doi.org/10.1016/j.neuropharm.2016.05.006
- Xiong, Y., Yang, Y., Ruan, Y., Ou, W., Hu, Z., Li, W., Xiao, N., Liao, W., Liu, J., Liu, Z., Luo, Q., Liu, F., & Liu, J. (2025). Magnesium-L-threonate Ameliorates Cognitive Deficit by Attenuating Adult Hippocampal Neurogenesis Impairment in a Mouse Model of Alzheimer’s Disease. Experimental Neurobiology, 34(2), 53–62. https://doi.org/10.5607/en24030
- Zhang, C., Hu, Q., Li, S., Dai, F., Qian, W., Hewlings, S., Yan, T., & Wang, Y. (2022). A Magtein®, Magnesium L-Threonate, -Based Formula Improves Brain Cognitive Functions in Healthy Chinese Adults. Nutrients, 14(24), 5235. https://doi.org/10.3390/nu14245235
Bild 1 von: shutterstock von Photo Nature Travel


