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LOGI plus-Ernährung zur Prävention von Alzheimer Demenz   

5,4 Minuten LesezeitVeröffentlicht am: 11. Mai 2022Von Kategorien: Ernährung, Prävention, Ursachen

Gastbeitrag von der Ernährungswissenschaftlerin und Buchautorin Ulrike Gonder 


Es gibt eine Ernährungsweise, mit der bereits seit vielen Jahren beste Ergebnisse im Kampf gegen die üblichen Zivilisationsleiden erzielt werden: die LOGI-Methode. Ob in der Prävention oder Behandlung eines metabolischen Syndroms, des Typ-2-Diabetes, von Fettstoffwechselstörungen wie hohen Triglyzeriden und niedrigem HDL-Cholesterin, ob zur Nachsorge bei einer nicht-alkoholischen Fettleber, gegen Bluthochdruck, das polyzystische Ovarialsyndrom oder einfach „nur“, um in Form zu bleiben – mithilfe der LOGI-Methode ist das alles möglich (1,2). 
 

Erhebliche Verbesserungen des Stoffwechsels gelingen mit der LOGI-Methode sogar ohne begleitende Gewichtsabnahme, ein Vorteil, den keine andere Diät aufweist. Zudem ist die LOGI-Methode einfach umzusetzen, undogmatisch und damit äußerst alltagstauglich. Es müssen auch weder Kalorien noch Fettaugen oder Broteinheiten gezählt werden, komplizierte Berechnungen sind ebenfalls unnötig. Und: Bei LOGI gibt es keine Verbote. 

 

Die Grundzüge der LOGI-Methode wurden in den USA zur Bekämpfung von Übergewicht entwickelt. Der Münchner Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Nicolai Worm hat sie an hiesige Verhältnisse angepasst, weiterentwickelt und in Deutschland bekannt gemacht. Inzwischen ist die LOGI-Methode seit mehr als 20 Jahren in der Praxis erprobt. Als LOGI entwickelt wurde, stand nicht vorrangig die Hirngesundheit im Fokus, sondern die Insulinresistenz – von der wir inzwischen aber wissen, dass sie ebenso wie hohe Blutzuckerwerte die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigt und, sofern sie das Gehirn betrifft, typisch für viele Fälle von Alzheimer-Demenz ist.  

An irischen Senioren konnte gezeigt werden, dass eine Ernährung mit hoher glykämischer Last ungünstig für die Hirnleistung ist: Je höher die glykämische Last ihrer Ernährung, desto schlechter schnitten die älteren Herrschaften im Mini-Mentalstatus-Test (MMSE) ab (3). LOGI basiert auf Mahlzeiten mit geringer glykämischer Last. Dazu werden die Lebensmittel so ausgewählt und kombiniert, dass hohe Blutzuckerspitzen vermieden werden und dass nur wenig Insulin zur ihrer Verstoffwechslung erforderlich ist. So erklärt sich auch der Name, denn LOGI bedeutet „LOw Glycemic and Insulinemic Diet“: Ernährungsmethode zur Förderung niedriger Blutzucker- und Insulinwerte.  

Mit einigen wenigen Ergänzungen scheint LOGI daher für ideal zur Prävention von kognitiven Einschränkungen und Alzheimer-Demenz. Denn LOGI … 

  • kombiniert viel pflanzliche Nahrungsmittel mit maßvollen Mengen hochwertiger tierischer Lebensmittel und sorgt so für eine hohe Nährstoffdichte und reichlich Ballaststoffe. 
  • basiert auf frischen Grundlebensmitteln, die schonend zubereitet werden. Das minimiert die Zufuhr von Problemstoffen wie Transfettsäuren und AGEs (Advanced Glycation Endproducts) aus der Lebensmittelverarbeitung. AGEs entstehen im Körper, wenn Zucker mit körpereigenen Eiweißstoffen reagieren. Bei einem erhöhten Blutzuckerspiegel können sich AGEs im Körper anhäufen und z.B. zu einer Schädigung von Blutgefäßen führen. 
  • reduziert stärke- und zuckerreiche Lebensmittel, was die glykämische Last der Mahlzeiten senkt und Blutzucker- und Insulinspitzen vermeidet. 
  • setzt auf gesunde Fette und hochwertige Eiweißquellen und unterstützt auch damit die Hirn- und Gefäßgesundheit. 
  • sättigt hervorragend und anhaltend, was dabei hilft, Übergewicht zu vermeiden. 
  • hilft, den Zucker- und Fettstoffwechsel aber auch den Blutdruck und die Darmflora im Lot zu halten. 
  • ist in der Lage, Insulinresistenz, Entzündungen und oxidativem Stress entgegenzuwirken.

LOGI plus: mit Kokosnuss 

Da bei einer LOGI-Ernährung üblicherweise keine Ketone entstehen, besteht die wichtigste Ergänzung dieser Ernährungsform zur Demenz-Prävention darin, Kokosöl in die Liste der empfohlenen Lebensmittel aufzunehmen. Ketone sind wichtig, der mangelnden Energieversorgung des Gehirns bei der Alzheimer-Krankheit entgegenzuwirken. Die Ketonbildung in der LOGI plus-Ernährung wird also durch Ergänzung mit Kokosöl erreicht und durch lange Nahrungspausen, verlängertes nächtliches Fasten (Intervallfasten) und körperliche Aktivität nochmals verstärkt. Ist die Krankheit bereits ausgebrochen oder fortgeschritten, sollte eine streng kohlenhydratreduzierte, ketogene Ernährung erwogen werden, da sie zu höheren Ketonspiegeln führt. 

Falls Sie interessiert, wie Sie diese Ernährungsform einfach in den Alltag einsetzen können, lesen Sie bitte hier weiter! 

 

 

 

Wenn Sie aber noch tiefer in dieses spannende Thema einsteigen möchten, empfehlen wir Ihnen das absolut lesenswerte Buch von Ulrike Gonder und Peter Heilmeyer, erschienen im Systemed-Verlag: 

Essen! Nicht! Vergessen! Demenzrisiko einfach wegessen oder: Wie die Ernährung vor Alzheimer & Co. schützen kann  

 

 

 

 

Fazit: 

Mit „LOGI plus Kokosnuss“ und einer (phasenweise) strengeren, ketogenen Ernährung lässt sich viel zum Gesundbleiben unseres Oberstübchens erreichen. Idealerweise wird eine hirngesunde Ernährung durch lange Nahrungspausen, nächtliches Fasten, eine gute Schlafhygiene, angemessene körperliche Aktivität und möglichst naturnahe Lichtverhältnisse unterstützt.  

Ob Sie letztlich Fleisch oder Milch oder Eier essen, ist letztlich Ihre Sache. Es geht uns hier ums Prinzip. Es gibt genügend Alternativen, falls Sie ein Lebensmittel nicht mögen oder nicht vertragen. Wer kein Gluten verträgt, muss die meisten Getreideprodukte eben meiden. Es gibt genügend von Natur aus glutenfreie Lebensmittel, die sie ersetzen können. Wer aus welchem Grund auch immer Milchprodukte ablehnt, sollte mehr Kräuter, Gemüse und Saaten essen, um seinen Kalziumbedarf zu decken und genügend Eiweiß und Vitamin B2 aus anderen Quellen verzehren. Und wenn Sie partout keinen Fisch mögen, dann verwenden Sie ein durch Antioxidantien geschütztes Algenöl-Supplement. Suchen und gehen Sie ihren persönlichen Weg zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden im Alter. 

 

Noch eine paar Worte von der Autorin: 

Mein Name ist Ulrike Gonder, ich bin Ernährungswissenschaftlerin (Diplom-Oecotrophologin) aus Leidenschaft. Seit mehr als 25 Jahren arbeite ich als freie Wissenschaftsjournalistin, Autorin und Rednerin. Und auch nach all diesen Jahren bin ich immer noch begeistert von dem, was Menschen mit einer guten Ernährung erreichen können. Dabei stehen fettreichere Kostformen wie die LOGI-Methode, aber auch die ketogene Ernährung im Fokus meines Interesses und meiner Recherchen. Und weil fettreichere Kostformen noch immer auf Widerstand oder Argwohn stoßen – bei Verbrauchern wie auch bei Fachleuten – spreche und schreibe ich besonders gerne über deren Vorzüge in der Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten.  

Natürlich geht es dabei nicht nur um die Fette. Immerhin sind wir Menschen Allesfresser und müssen immer eine Kombination verschiedener Lebensmittel zu uns nehmen, um gesund zu bleiben oder wieder zu gesunden. Das gilt natürlich auch für die Hirngesundheit, die seit einiger Zeit zu meinen Lieblingsthemen gehört. Tatsächlich gehört ja auch das Gehirn zum Körper und muss – oh Wunder – ebenfalls ordentlich gefüttert werden, soll das Licht im Oberstübchen lange an bleiben. Guten Fetten wie Omega 3 aus fettem Fisch oder aus Algen sowie dem gesättigten, mittelkettigen Fett der Kokosnuss gebührt ein wichtiger Platz dabei. Aus den passenden Fettsäuren entstehen die für das Gehirn enorm wichtigen Zellmembranen und sie können bei Engpässen die nötige Energie liefern. Aber ich komme schon wieder ins Schwärmen … 

Sind Sie neugierig geworden? Dann besuchen Sie mich gerne auf meinem Blog oder auf meiner Internetseite. Dort finden Sie weitere Infos und Termine sowie die Links zu meinen Büchern. Auf Linkedin und Twitter können Sie in unregelmäßigen Abständen (auch mal bissige) Kommentare und Anmerkungen von mir finden, zu Ernährungsthemen, die mich auf- oder anregen. Aber vielleicht sehen wir uns ja bald einmal bei einem meiner Vorträge oder Seminare? Würde mich freuen! 

Referenzen: 

  1. Zafar MI, Mills KE, Zheng J, Regmi A, Sheng QH, Gou L, Chen LL (2019) Low-glycemic index diets as an intervention for diabetes: a systematic review and meta-analysis. The American Journal of Clinical Nutrition 110,4: 891–902. https://doi.org/10.1093/ajcn/nqz149 
  2. Parker A & Kim Y (2019) The Effect of Low Glycemic Index and Glycemic Load Diets on Hepatic Fat Mass, Insulin Resistance, and Blood Lipid Panels in Individuals with Nonalcoholic Fatty Liver Disease. Metab Syndr Relat Disord 17(8):389-396.  doi: 10.1089/met.2019.0038. 
  3. Power SE, O’Connor EM, Ross RP, Stanton C, O’Toole PW, Fitzgerald PF, Jeffery IB (2015) Dietary glycemic load associated with cognitive performance in elderly subjects. European Journal of Nutrition 54:557-568. DOI: 10.1007/s00394-014-0737-5 
  4. Gonder U & Heilmeyer P (2017) Essen! Nicht! Vergessen! Demenzrisiko einfach wegessen oder: Wie die Ernährung vor Alzheimer & Co. schützen kann. Verlag: Systemed/Riva. ISBN-13 978-3958140707 

 

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